Bose L1 contra Nova I`Nova System Test

Bose gegen Nova AkustikNachdem die Bose zu ihrer Einführung Verkaufsrekorde erzielt hat, sind mittlerweile einige weitere Systeme auf dem Markt, die durchaus größere Beachtung finden. Denn längst haben viele gemerkt und vor allem gehört, dass auch anderen Hersteller durch Leistung überzeugen.

Im Test hier: 2 x Bose L1 Modell ll Double Bass Package contra I´Nova Powersystem IN 8 mit IN 88 SUB (und nachher mit IN 15 SUB) Wir haben uns dabei für die Stereovariante entschieden, um einfach auch etwas größere Räume beschallen zu können. Wir gehen davon aus, dass die Ausstattung der beiden Anlagen bekannt sind und hier hauptsächlich über den klanglichen Aspekt geurteilt wird bzw. Vorteile/Nachteile aufgeführt werden. Der Aufbau beider Anlagen ist schnell bemacht, wobei die Bose letzlich doch etwas schneller aufgestellt ist, das Stecksystem ist gut durchdacht, leider fehlt beim Modell ll die Rastsicherung gegenüber dem Modell l. Die Säulenteile werden direkt übereinander in den Fuß gesteckt, 2 Bässe daneben, Speakon rein fertig!  Ganz anders dort die Nova. Der erste Aufbau gestaltet sich etwas schwierig, da für einen Betrieb als Mobil PA erst der extra zu bestellende Flansch angeschraubt werden muß, leider ist kein Inbusschlüssel dabei, um eventuell gleich noch aus dem Laden auf die Bühne zu können. Okay, kein Problem, letztendlich hat ja jeder heut alle Größen zu Hause, aber wie transportiert man nun die Zeilenlautsprecher mit den angeflanschten Halterungen? Der Hersteller kann unmöglich wollen dass man die Flansche mit 6 Schrauben jedes Mal wieder abbaut, leider bekommt man sie aber nicht mit den Flanschen in die dazu bestellbaren Transportbags. Das fängt ja gut an… Anlage aufgebaut, Distanzrohre von K & M dazwischen, beide Zeilen sitzen schief auf den Lautsprechern!!! Traurig… Eine seitliche Justierung fehlt, die Neigung vertikal kann geändert werden durch ein billiges windiges Stecksystem, die Bose steht, wie sie steht, das könnte kritisch werden, wenn man von hohen Bühnen herunter spielen muß. nun die Verkablung:  Beide Bässe Doppel 8″ u. 15″ sind mit dem gleichen Endstufenmodul ausgestattet welches 1000 Watt RMS im Bass liefern soll und 440 Watt für den Zeilenlautsprecher.  Klingt viel, wir sind gespannt. Die Bose kann da nicht mithalten, ein Bass hat 120 Watt RMS macht 240 Watt, die Säule hat 24 Breitbandlautsprecher integriert, eine Leistungsangabe gibt es dort nicht, spielt ja aber auch keine Rolle bei dem Test. Da sind wir allerdings schon bei dem größten Unterschied der beiden Anlagen: Die Bose hat keinen Hochtöner und erstaunlich kleine Basslautsprecher 6,5″,  die Nova hat 8 Mittenlautsprecher in der Zeile verbaut und einen speziellen Ribbon Hochtöner. Auch hier sind nur kleine Lautsprecher bei der IN 88 Sub (8″) verbaut, sind allerdings optisch nicht viel größer als die Bose. Allerdings ist das Gewicht durch die integrierte Endstufe fast doppelt so hoch, 29kg!!! das haben manche aktiven 15″ Boxen heut nicht mehr. Ein eindeutiger Punkt für Bose. Nun gehts zu den Tests: Beide Anlagen sind ja für Liveanwendungen bis hin zur DJ-Vergewaltigung ausgeschrieben, wir lassen unseren Keyboarder ran sowie Gitarre un Gesang. Zuerst die Bose: Positiv wie nicht anders zu erwarten der hohe Ausleuchtungswinkel von fast 180° durch die um 45° gedrehten Breitbandlautsprecher. An fast jeder Stelle des Raumes findet man die gleichen klanglichen Eigenschaften. Der Linienstrahler muß nicht laut gespielt werden, um auch in 10-15 Meter Entfernung noch gut verständlich zu sein. Auf der ersten Höreindruck ist das Ergebnis akzeptabel, aber es haut einen nicht um. Der Gesang wird druckvoll wieder gegeben, die Auflösung im Hochtonbereich ist ernüchternd. Der Bass ist kaum vorhanden, obwohl 4 Bässe da sind, die Säule an sich scheint in der Grundabstimmung erscheint einfach zu laut, nach rund 6 dB Basszugabe scheint die Lautstärke gleich. Dabei gibt die Anlage ein erstaunlich tiefes Fundament wieder, man hat aber das Gefühl, zwischen Bass und Säule fehlen Frequenzen, die speziell in etwas rockigeren Stücken benötigt werden. Sobald man in Richtung Endbelastung kommt, ist der Sound allerdings weit weg von klar und gut. Kann das die Nova besser?  Mischpult dran (Midas) und los…Die Abstrahlung ist mit 100°x25° nicht zu vergleichen, das macht die Bose an den Seiten besser, ganz klar, dafür hören wir jetzt neben einer kraftvollen, gut durchdringenden sauberen Stimme auch noch eine gute Hochtonauflösung, die wir bei der Bose von Anfang an vermisst haben. Dazu kommt ein wesentlich saubereres, breiter spielendes Bassfundament, welches trotz nur einer Box pro Seite einen erstaunlich guten Eindruck macht. Zur Erinnerung: eigentlich gehört ja der 15″ Bass unter die IN 8, dies wurde hier nur mal im direkten Vergleich so gestellt, um annähernd vergleichbare Bedingungen zu erhalten. Somit ist ganz klar, dass es dem Bass in der Konstillation ebenso geht wie der Bose Anlage, das Top ist zu laut, gerade aber für Sprachanwendungen könnten wir uns diese Kombination gut vorstellen. Der Subbass der IN88Sub kann durchaus überzeugen, die Wiedergabe der Gitarre ist klar definiert und kommt wesentlich brillianter und hochauflösender zur Geltung. Okay, klanglich geht der Punkt bei Live-Musik im Direktvergleich klar an die Nova. Gemacht wurde der Test aber unter anderem vor allem, weil wir immer wieder DJ´s haben, die für kleine Veranstaltungen die Bose in erwägung ziehen. Kann die Nova da mit halten? Wir probieren es mal mit Schlagern. Erst mal die weiche Schiene: die Bose spielt Frau Berg mit einem ordentlichem Grundfundament bei wieder 6 dB Basszugabe, die tiefe Abstimmung des Subs bildet ein ordentliches Fundament. Gleiches bei der Nova: Sofort fallen den Zuhörern wieder die wesentlich klareren Obertöne auf, der Hochtöner in der IN 8 ist da einfach besser. Auch hier wieder etwas Bass dazu, der IN88SUB macht seine Sache wirklich gut. Gutes Fundament, ordentlicher Kickbass, runde Sache. Je rockiger die Musikrichtung, desto plärriger wird die Bose, einen Kickbass gibt es nicht wirklich in der Konstillation, die kleinen Bässe sind völlig überfordert. Bei der Nova sieht das doch wesentlich besser aus. Obwohl die wesentlich größere Zeile IN8 statt der IN 4 im Test auf dem IN88SUB betrieben wird, ist das Ergebnis unter diesem Aspekt durchaus akzeptabel. Nun tauschen wir mal noch die Bässe und das Ganze Set überzeugt durchaus. Auch mit 8 Bässen würde man wohl nicht die Ausgewogenheit der Nova erreichen, auch wenn die 2 Bose Säulen an sich vielleicht sogar lauter sind.

Fazit: Alleinunterhalter, Musiker, nach wie vor ist die Bose eine mit wenig Handgriffen leicht aufzubauende und einfach zu transportierende Anlage, klanglich akzeptabel im Livebereich und für normale musikalische Umrahmungen. Pro Anlage würden wir maximal 50 qm effektiv empfehlen, mit 2 Anlagen also maximal 150 Personen, wenn auch von Konserve gespielt wird.

DJ`s, ihr seit mit der Nova wesentlich besser beraten, die klanglichen Unterschiede katapultieren die Nova in eine andere Liga, Fohhn könnte da ein Gegner sein.Für kleine Gigs bis 100 Leute Tanz empfehlen wir die IN4 mit den IN 88 SUB Bässen, bis 250 Leute kann die IN 8 mit dem IN15SUB auch harte Kost druckvoll wiedergeben.

Da die Bose pro Set rund 2800 Euro kostet, das Nova IN4 Basicsystem rund 1700 Euro, das IN8 Basicsystem rund 2ooo Euro ohne Zubehör, kann man mit der I`Nova also auch noch richtig sparen. Übrigens kann man die Nova per Computer mit Software bedienen wenn man möchte. Einen Haken hat die Sache: es steht nicht Bose dran…Sie haben Interesse am Test oder Kauf einer Anlage? Wir beraten Sie gern und zuverlässig…Ihre Anfrage bitte hier

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